Australiens Tierwelt

Gefährliche Tiere in Australien

Wie gefährlich ist sie wirklich?

Wir kennen es doch alle. Die vielen freundlichen aber besorgten Warnungen von Menschen, die zwar selbst noch nie in Australien waren aber wissen: „Die gefährlichsten Tiere der Welt leben doch dort“ Und ja, das stimmt. Ob du sie allerdings je zu sehen bekommst, wenn du nicht einen australischen Zoo besuchst, steht auf einem anderen Blatt.

Schnelle Übersicht:

  • Australien ist nicht so gefährlich wie Medien es oftmals gerne darstellen.
  • In der Regel kommst du mit giftigen Tieren während einer klassischen Urlaubsreise nicht in Kontakt.
  • Es gibt viel was man machen kann um Risiken zu vermeiden.
  • Deutlich realere Gefahr: Farm- und Wildtiere die Straßen überqueren.

Gemachte „Angst“

Die Sorge ist nachvollziehbar, angesichts von Meldung im Internet und in TV Formaten, die Klickzahlen und Einschaltquoten brauchen. Demnach schwirrt, kreucht und fleucht die tödlichen Bedrohungen überall in Australien. An Land, zu Wasser und sogar in der Luft.

Wenn man es allerdings mit etwas Abstand betrachtet und auf die Fakten schaut, sieht das etwas anders aus. Dann kommt man schnell zum Schluss, dass nicht etwa Hai und Schlangen die größte Gefahr in Australien darstellen, sondern etwas anderes.Dazu gleich mehr.

Geringes Wissen aber blühende Phantasie. Giftige Tiere sind ein beliebtes Thema, wenn es um Australien geht. Da werden plötzlich viele zu Experten, selbst wenn sie nie da waren.

Mitarbeiter von MietCamper Australien, Freunde und Bekannte, waren sehr oft in Australien. In den seltensten Fällen kamen sie dabei mit Tieren in Kontakt von den eine echte Gefahr ausging. Manche von ihnen, haben sogar bis heute noch keines in freier Wildbahn auf ihren Reisen gesehen.

Die Tiere haben selbst meist Angst vor dem Menschen und ergreift ohnehin die Flucht. Oder sie leben – mit einigen Ausnahmen – entfernt von Orten, wo Menschen sich angesiedelt haben. Selbst bei Begegnungen, kommt es mit ruhigem und besonnenen Handeln kaum zu lebensbedrohend Situationen. Trotzdem, wie man so schön sagt: „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“

Deshalb hier eine Übersicht über die verschiedenen Tiere in Australien und Tipps welche vorbeugende und vorsorglichen Maßnahmen du ergreifen kannst.

Im Meer, an Land und in der Luft

Generell gesagt: Klar es gibt sie. An Land giftige Schlangen und Spinnen. Im Meer Quallen, Krokodile und Haie. Und selbst in der Luft, die australische Honigbiene, Sie ist inzwischen sogar für mehr Todesfälle verantwortlich als alle Schlangen-, Hai- und Spinnenbisse zusammen.

Gefährlich ist diese Biene allerdings nur für einen geringen Teil der Bevölkerung. Für alle die allergisch auf einen Stich reagieren. Mit einem EpiPen (Adrenalin-Fertigspritze) kann man einem Stich den Symptomen entgegen wirken. Die Risiken sind überschaubar

Begegnungen mit Tieren

Jedes Jahr reisen Millionen von Touristen nach Australien. Die Chance unter normalen Umständen diesen Tieren überhaupt zu begegnen ist sehr gering. Sollte es dennoch einmal zu einer Begegnung mit einer Spinne oder Schlange in freier Wildbahn kommen, ist der Beste Tipp Ruhe zu bewahren. Selbst wenn es in diesem Moment besonders schwer fällt.

Hektische Bewegungen und lautes Schreien nehmen viele Tiere als Bedrohung wahr. Aber genau dieses Verhalten versetzt Tiere in den Angriffsmodus! Also genau das, was man eigentlich vermeiden möchte. Besser ruhig zurückziehen und sofern in der Nähe, Bewohner oder „Offizielle“ (Tourguide, Campingplatz Personal, Ordnungshüter) benachrichtigen.

Die Ozeane, die Australien umgeben, sind ebenfalls immer wieder Thema, wenn es um die gefährliche Tierwelt Australiens geht. Glaubt man manchen Zeitungs- oder TV-Berichten, scheinen Hai, Krokodil und Quallen nur darauf zu warten, dass sich Touristen ins Wasser begeben.

Aber genau wie bei den Landtieren, gehören sie zur Natur des Landes und machen damit einen großen Teil seiner Faszination aus.

Gefährlicher als alle australischen Tiere

Aber zusammengenommen ist in Australien die Zahl von tödlichen Vorfällen durch giftige oder gefährliche Tiere, nicht annähernd so hoch wie Tote im „Straßenverkehr“. Jedes Jahr kommen dort um die 1.200 Personen in Australien ums Leben.

Das sind fast 3 jeden Tag (Deutschland ca. 3.000 Verkehrstote/ etwa 8 pro Tag). Das schaffen Hai, Schlange, Spinne, Qualle und Krokodil auch nicht einmal im Ansatz! Dafür reicht schon eine Woche Straßenverkehr.

So gesehen, bekommen Berichte über giftige und gefährliche Tiere in Australien ein ganz anderes Verhältnis. Rein statistisch wären Sorgen im Straßenverkehr deutlich angebrachter, als über Gefahren durch australische Tiere.

ÜBRIGENS….

Ein ganz anderes Risiko geht von diesen Tieren hier aus: Kängurus – Wallabys – Kühen – Emus – Schafen und Kamelen. Allerdings nicht etwa weil sie angreifen oder beißen, sondern als Verkehrshindernis. Man sieht sie öfter mal im Straßengraben. Tierkadaver von überfahrenen Kängurus, Wombats oder anderen Tieren.

Überfahrenes Känguru

Wilde Tieren, machen sich vor allem in der Dämmerung und im Morgengrauen auf den Weg! Sie sind unterwegs, um ihr Nachtlager zu erreichen oder um auf Futtersuche zu gehen. Dabei überqueren sie Straßen in allen Landesteilen.

Aber auch Farmtiere wie Pferde, Kühe oder Schafe, können unvermittelt vor einem auftauchen. Straßen und „gravel roads“ durchschneiden die riesigen, australischen Farmen und Weiden. Und selten werden die Tiere durch Zäune zurückgehalten.

Stuart-Highway_Australien
Pferde auf dem Stuart Highway

Im roten Zentrum sind zudem rund 300.000 wilde Kamele unterwegs. Auch die haben keine Verkehrserziehung bekommen und schauen weder nach rechts noch nach links, bevor sie die Straße überqueren. So kann es vorkommen, dass zwar kein Känguru die Straße kreuzt, dafür aber eine Kuh, ein Pferd oder Kamel über die Straße trabt. Wie schnell das bei einem Känguru gehen kann siehst du im Video am Ende des Beitrags.

Fakten – Zahlen – Vorbereiten

Vor Jahren gab es eine australische Studie zu „Unfällen durch Zusammenstoß mit Tieren“ Die Zahlen sind verblüffend, wenn man sie ins Verhältnis zu Todesfällen mit giftigen Tieren setzt. Danach gab es zwischen 2001 – 2005 mehr als 11.000 gemeldete Autounfälle mit Tieren.

Dabei geht die Studie davon aus, dass nicht einmal alle Unfälle immer aufgenommen und viele gar nicht gemeldet wurden. Es wird vermutet, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt.

Viele Verkehrsteilnehmer wurden durch solche Unfälle schwer oder leicht verletzt. Für mehr als 60 Personen endete so eine Kollision tödlich. Geschätzt wird das inzwischen 5 – 6% aller Unfälle in Australien aus Kollisionen mit Tieren resultieren. Der „NSW Roads and Maritime Service“ geht sogar davon aus das in „ländlichen Gegenden“ jeder 5. Unfall durch Tiere verursacht wird.

Wie du vorbeugend handeln kannst:

  • Beachte Warnhinweise (Straßenschilder) und behalte Seitenstreifen auf mögliche, plötzliche Bewegungen im Auge!
  • Besondere Aufmerksamkeit in der Dämmerung (Morgens & Abends).
  • Reduziere sofort die Geschwindigkeit wenn du ein Tier entdeckst. Tiere können panisch und unberechenbar reagieren
  • Viele Tiere sind im Rudel unterwegs. Wo eines ist, können auch noch mehr sein.
  • Hält oder bremst ein Fahrzeug unmittelbar vor dir ab, wartet der Fahrer evtl. auf ein Tier.
  • Falls ein Tier plötzlich vor dir auftaucht: Bremse möglichst OHNE hektisch das Steuer herumzureißen!
  • Versuche NICHT auszuweichen! Hektische Lenkbewegungen können viel dramatischere Konsequenzen für alle im Fahrzeug haben, als ein überfahrenes Tier!

Vorausschauendes Fahren ist einer der besten Tipps die wir dir geben können.

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Aktualisiert am: 08.07.2020

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