Entspanntes Übernachten in Campervan & Wohnmobil


Das praktischste an Camperreisen ist natürlich, dass die Unterkunft immer dabei ist. Langes Suchen nach freien und bezahlbaren Hotelbetten entfällt. Lediglich ein passender "Stellplatz" für die Nacht muss gefunden werden.

Kurze Übersicht:

  • Der Umbau zwischen Tages- und Nachtnutzung ist unkompliziert.
  • Auf kommerziellen Campingplätzen ist es sehr sicher zu übernachten.
  • Rest Areas auf den übernachtet werden darf, sind - während der Saison - meist gut besucht.
  • Im Outback beim "wild campen" bist du oft der Einzige weit & breit.
  • Während der Nacht: Unsere "Tipps" weiter unten beachten.
  • Der Schlafkomfort kann sich von gewohnten Schlafgewohnheiten stark unterscheiden: (Matratze, Licht, Geräusche)
  • Praktisch sind Schlafbrille und Ohrstöpsel.

Welche Möglichkeiten es gibt, den Camper zur Nacht abzustellen, findest du in unserem Beitrag: Camping und andere Stellplätze

Sicherheit

Wer noch nie zuvor in einem Camper übernachtet hat, macht sich vielleicht etwas Gedanken um die Sicherheit. Dabei ist das eigentlich unnötig, auf Campingplätzen sowieso. Der Zugang bzw. die Zufahrt zum Gelände ist auf Camper beschränkt, die einen Platz gemietet haben.

Viele Reisende lassen sogar Equipment wie Stühle & Tische, Badesachen oder Surfbretter während der Nacht draußen stehen.

Auf öffentlichen "Rest Areas" auf denen übernachtet werden darf (sofern dort kein "No Camping" Schild ist), stehen auch andere Camper oder Trucker, die eine kurze oder längere Pause einlegen. Du bist dann nicht alleine und die Fluktuation von an- und abfahrenden Fahrzeugen schafft eine gewisse Betriebsamkeit.

Beim "wild campen" im Outback ist das natürlich anders. Allerdings stehst du dann meistens sowieso in einer Gegend wo sich weit und breit niemand anderes aufhält.

Wer allerdings auf privaten Grundstücken parkt, ohne vorher um Erlaubnis nachzufragen, oder auf Parkplätzen übernachtet auf denen dies untersagt ist (z.B. beliebte Strand-Parkplätze), sollte sich nicht wundern, wenn es während der Nacht an die Scheiben klopft! Der Eigentümer des Grundstücks oder ein Polizist könnte neben dem Fahrzeug stehen und mehr oder weniger nachdrücklich um Weiterfahrt bitten.

In Wohngebieten sollte keinesfalls am Straßenrand übernachtet werden. Ignorantes Verhalten einiger Backpacker, hat die Anwohner sehr sensible und aufmerksam gemacht! Inzwischen ist "wildes Campen in Ortschaften" ein heiß diskutiertes Thema in Australien und die Gemeinden kümmern sich deutlich mehr als früher um unerlaubtes Campen!

Sind Tiere eine Gefahr?

Um gefährliche Tiere braucht man sich keine Sorgen machen. Bären oder Löwen kommen in Australien nur im Zoo vor. Känguru, Emu und Kamele haben selten Interesse an abgestellten Fahrzeugen.

Allerdings ist es wirklich sinnvoll KEINE ESSENSRESTE neben dem Fahrzeug zu hinterlassen! So etwas lockt jedes hungrige Lebewesen an! Essensreste in einer Plastiktüte im Fahrzeug verwahren, in Müllbehältern mit Deckel entsorgen oder im Outback - auch andere organische Überbleibsel - tief in der Erde vergraben!

Wer Nachts seine Schuhe vor dem Camper stehen gelassen hat, sollte vor dem hineinschlüpfen kurz einen Blick hinein werfen. Ein Sneaker - oder anderer geschlossener Schuh - ist ein perfektes Plätzchen für kleine Krabbeltierchen. Und wer will die schon mit seinem Großen Zeh zerquetschen!

Tipps für sicheres Übernachten:

  • Fahrzeug von Innen abschließen.
  • Vorhänge oder Rollos benutzen.
  • Alles essbare rund um den Camper entfernen bzw. entsorgen.
  • Immer in Richtung "Ausfahrt" parken.
  • Zündschlüssel dort bereitlegen wo du schnellen Zugriff hast (nicht im Zündschloss lassen!).

Die erste Nacht

Wer seinen Camper das erste Mal zur Nacht vorbereitet, muss meist erst etwas umbauen. Hier ziehen, da kippen, dort schieben und mit einen paar Handgriffen ist aus Sitzen und Bänken, das Lager für die Nacht hergerichtet. Je nach Bauart kann das mal mehr oder weniger aufwendig sein. Schon nach wenigen Nächten geht das in Routine über.

In großen Wohnmobilen gibt es Betten die bereits aufgebaut sind. Häufig im Alkoven, wie die Bettnische über der Fahrerkabine genannt wird. Für andere Bettkonfigurationen sind üblicherweise nur wenig Handgriffe notwendig, um das Nachtlager herzurichten.

Bei der Fahrzeugübergabe wird entweder durch einen Mitarbeiter oder durch anschauliche Videos gezeigt, wie der Umbau funktioniert. Meist werden die Sitzbänke umgeklappt und Sitzpolster zu Matratzen zusammengesetzt. Das funktioniert meist mit ein paar Handgriffen.

Betten in einem Hochdach Camper

Betten im Hochdach und 4WD

In Hochdach-Campern liegt eines der Betten im Dach des Campers. So wird durch passende Einlegebretter eine 2.Ebene geschaffen. Darauf wird, aus Teilen der Sitzpolster, eine Matratze ausgelegt.

Etwas umfangreicher kann der Umbau in 4WD Fahrzeugen ausfallen. Manche Modelle haben ein ausklappbares Hochdach (PopUp Roof), durch das zusätzlicher Platz und Stehhöhe nach oben entsteht.

Andere Modelle können mit Zelten ausgestattet sein in den geschlafen wird. Entweder seperate Zelte, die neben oder am Camper aufgebaut werden. Aber auch Dachzelte kommen zum Einsatz. Und es gibt Geländefahrzeuge mit Anhängern, die sich mit wenigen Handgriffen in einen Schlafraum mit Zeltwänden verwandelt.

Dachzelt bei einem 4WD

Wohin mit Gepäck während der Nachtruhe?

Egal welche Art von Camper gewählt wird, es muss eigentlich immer - mal mehr mal weniger - umgebaut werden. Oft entscheidet sich in diesem Moment auch die Frage, ob man die richtige Art von Gepäck mitgenommen hat. Weiche Taschen, Rucksäcke und Trolleys lassen sich zur Nacht gut in den entstehenden Hohlräumen unter den Betten verstauen.

Für Hartschalen-Gepäck hingegen, muss nun ein Plätzchen im Camper gefunden werden, wo es nicht allzu sehr stört. In der Regel landet diese Art von Gepäck dann auf der vorderen Bank in der Fahrerkabine. Im Bett selbst sind die harten Schalen während der Nachtruhe extrem unbequem. Und in den vorgesehenen Stauräumen im Camper, passen sie nicht weil meist zu groß oder unflexible.

Schlafkomfort

Die Nachtruhe im Camper hängt etwas von der Region und Jahreszeit ab. In der Hochsaison kann es selbst in der Nacht noch sehr warm sein. Manche Modelle besitzen Fenster mit Fliegengitter. So ist wenigstens für ein laues Lüftchen gesorgt. Große Wohnmobile sind mit Klimaanlage für den Wohn/Schlafraum ausgestattet. Sie sind nutzbar, sofern das Fahrzeug auf einem Campingplatz ans externe Stromnetz angeschlossen ist.

Je nach Fahrzeugtyp sind die Matratzen sehr unterschiedlich. In den meisten Campervans werden die Schlafunterlagen aus den Polstern der Sitze und Bänke gebildet. Hast du zu Hause eine sehr weiche und komfortable Matratze, kann das jetzt etwas gewöhnungsbedürftig sein.

Alle Fahrzeuge (mit Ausnahme einiger Stationwagons/Kombis) sind mit Vorhängen oder Rollos ausgestattet. Vorteilhaft um sich neugierigen Blicken beim schlafen und umkleiden zu entziehen. Und falls du mal etwas länger schlafen möchtest, kann am frühen Morgen die aufgehende Sonne noch etwas in Schach gehalten werden.

TIPP:

  • Brauchst du für einen geruhsamen Schlaf komplette Dunkelheit , solltest du eine Schlafbrille im Gepäck haben.
  • Bist du sehr anfällig für Geräusche, sind Ohrstöpsel sinnvoll. Auf Campingplätzen am Meer oder in waldigen Regionen könnten die unterschiedlichsten Laute der Natur, deine Nachtruhe sonst möglicherweise empfindlich stören.
© Fotos MCA / S.Bendisch / N.Peifer / TAB

Update Mär. 2018

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