Pro & Contra


Bei längeren Reisen durch Australien stellt sich die Frage: "Ein Fahrzeug kaufen oder mieten?" Die Entscheidung hängt von einigen Reisevorgaben ab. Beides hat Vor- und Nachteile .

In Stichpunkten:

  • Lohnt erst ab mindestens 3 Monaten Aufenthalt.
  • Günstiges Fahrzeuge: Höheres Risiko an Folgekosten.
  • Persönliche Fähigkeit (Fahrzeugwartung, Handling & Reparatur) richtig einschätzen.
  • Fahrzeugpreise: Abhängig von den Wünschen in Bezug auf das Campermodell, Ausstattung, Laufleistung und Jahreszeit.
  • Reiseroute ist mit entscheidend (z.B. auch Outback oder nur Küsten).
  • Zeitlicher Aufwand (Kauf- Behörden- Verkauf) geht von der Reisezeit ab.
  • Pro & Con am Ende des Artikels.
  • Link zu Kauffahrzeugen speziell für Reisende am Ende der Seite.

Wann ist ein Kauf sinnvoll?

Der Trend zu Langzeitreisen durch Australien ist ungebrochen. Glücklich diejenigen, die sich eine längere Auszeit nehmen und mehrere Monate durchs Land reisen können. Zum Beispiel mit dem "Work & Travel" Visum (Working Holiday Visa). Für Reisende zwischen 18 und 31 Jahre mit deutschem Reisepass, kann dieses Visum eine Möglichkeit sein.

Auch spezielle Touristenvisa, die dazu berechtigt sich länger als 3 Monate in Australien aufzuhalten, sind eine Möglichkeit das Land mit dem eigenen Kauf-Camper zu erkunden.

Ab einer Reiselänge von 3 Monaten kann ein Kauf die günstigere Wahl sein, wenn der Camper (Van, Kombi oder Geländewagen) am Schluss der Reise wieder verkauft wird. Vorausgesetzt es mussten im Verlauf der Reise keine größeren Schäden oder Reparaturen durchgeführt werden.

KAUF oder MIETE

Für die Entscheidung empfiehlt es sich etwas Zeit zu nehmen und genau abzuwägen, welche Prioritäten man hat:

Kaufen*: Bei längerer Reise günstiger, aber mit mehr Eigeninitiative und höherem Risiko von Mehrkosten und mehr Zeitaufwand, der von der Reisezeit abgeht.

Mieten*: Teurer aber volle Nutzung der Reisezeit. Kein Kopfzerbrechen bezüglich Kosten für Kauf & Verkauf, Reparaturen, Wartung, Ausstattung.

* Unfälle mal ausgenommen die in beiden Fällen zu zusätzlichem Zeitaufwand und bei Mietcampern nur zu Mehrkosten führen, wenn eine Selbstbeteiligungs-Versicherung gewählt oder gegen die Terms & Conditions der Vermieter verstoßen wurde.

Bei längeren Aufenthalten kann ein Kauf grundsätzlich günstiger sein. Sofern alles glatt und problemlos verläuft, ist es eine gute Alternative. Aber wer weiß das schon immer im Voraus. Einige Faktoren sollte man in seine Planung einbeziehen.

Persönliche Fähigkeiten ehrlich einschätzen

Es gibt Menschen die haben "zwei" rechte Hände. Mit anderen Worten, sie können vom Toaster bis Schiffsdiesel eigentlich alles reparieren. Dieser Typ hat ein Gefühl und "Sechsten Sinn" für Maschinen, Motoren und Mechanisches. Ein sehr gute Voraussetzung, um mit einem etwas älteren, gebrauchten Kauffahrzeug Australien zu entdecken.

Andere wiederum mögen zwar in vielen Bereichen fantastische Fähigkeiten haben. Ein Zugang zu mechanischen Dingen fehlt ihnen jedoch komplett. Menschen die zwar wissen wie man ein Auto fährt, denen beim öffnen der Motorhaube aber nur Fragezeichen entgegen springen. Dieser Typ ist bei Problemen mit dem Fahrzeug grundsätzlich auf die Hilfe von Anderen angewiesen. In Werkstätten und bei Mechanikern müssen sie sich auf die Aussagen der Spezialisten verlassen.

Bin ich eher dieser Typ sollte ich möglichst darauf verzichten, das aller billigste Fahrzeug zu erstehen. Es könnte sonst nicht nur teuer sondern auch gefährlich werden, wenn man im Outback mit einem verhältnismäßig kleinen Problem liegen bleibt, dass recht einfach hätte selbst behoben werden können!

Die Fahrzeugwahl

Was für ein Fahrzeugtyp schwebt dir vor? Ein PKW, Minibus, Geländewagen oder das klassischen Camper- bzw. Wohnmobil. In der Realität kommen die typischen Campervans und Wohnmobile meist selten in Frage. Die Preise für gut erhaltene, gebrauchten Fahrzeuge sind oftmals außerhalb der Möglichkeiten von Touristen oder gar jungen Backpackern und Working Holiday Makern.

HiTops & Wohnmobile

Campingfahrzeuge sind sehr, sehr beliebt in Australien. Ein Hochdach-Camper mit wenigen Gebrauchsspuren und einer durchschnittlichen Kilometerleistung von 150.000 bis 200.000 km liegt deutlich im 5-stelligen Dollar-Bereich. Günstiger wird's erst bei einem Tachostand ab 500.000 km.

Die großen Wohnmobile sind vor allem bei den Australiern selbst sehr beliebt. Während ihres Urlaubs bereisen sie damit gerne ihr eigenes Land. Auch der Trend von australischen "Silver Surfern" (Pensionären & Rentnern), mit dem eigenen Wohnmobil Monate oder sogar Jahre durchs Land zu fahren, steigt ständig.

Wohnmobile in guten Zuständen, nähern sich daher schnell der AUD 100.000,- Marke oder überschreiten sie, je nach Alter, deutlich.

Minivan

Minibusse oder Geländewagen gehören zu den beliebtesten Kauffahrzeugen. Wer etwas ordentliches möchte, das in Hinsicht auf Laufleistung nicht bereits 6-8 x die Erde umrundet hat, musst tief in die Tasche greifen. Günstige Modelle mit hohen Kilometerständen, sind dann meist 15 oder 20 Jahre alt.

Bereits ausgebaute Camper, mit Ausstattung wie z.B. Schlafmöglichkeiten und Koch- und Camping Equipment, sind entsprechend teurer. Minivans und Geländewagen die camping-technisch noch eher jungfräulich daherkommen, sind deutlich preisgünstiger. Dafür ist hier ist dann Geld, Zeit und Arbeit zu investieren, um sie für den Camping Trip umzubauen und vorzubereiten.

Kombis

Zu den günstigsten Modellen für eine Australienreise zählen Kombis, mit großer Ladefläche zum schlafen oder transportieren von Gepäck und Equipment. Aber auch diese Modelle sind sehr beliebt. Vor allem bei jungen Backpackern die aus der ganzen Welt eintreffen.

Jährlich kommen sie zu tausenden nach Australien, mit einem Work & Travel Visum in der Tasche. Auf Kombis haben sie ein besonders scharfes Auge geworfen. Selbst für Modelle mit 20 Jahren auf dem Buckel und Laufleistungen von 300.000 km und mehr, werden in Australien noch erstaunlich hohe Preise aufgerufen.

4WD

Natürlich stehen auch Geländefahrzeuge (4WD) überall in Australien zum Verkauf. Der ultimative Traum vieler Reisenden, die das Land mit einem Auto entdecken möchten. Durch die Geländegängigkeit lassen sich so alle Straßen und Wege im Land befahren.

Gepflegte und gut erhaltene 4WD sind nicht nur bei Langzeiturlaubern, sondern auch den Australiern sehr beliebt. Zwar sind auch 4WD schon ab AUD 5.000,- auf dem Markt. Dann sollte jedoch ganz genau überprüft werden, in welchem Allgemeinzustand sie sind.

Die Nutzungsdauer

Für Zeiträume unter 6-8 Wochen ist Mieten definitiv - meist schon aus zeitlichen Gründen - günstiger. Interessant wird es für die, die monatelang oder gar ein Jahr reisen können. Dann kann ein Kauf eine wirtschaftlich gute Lösung sein. Abzuwägen bleibt jedoch, welche Sicherheiten man selbst haben möchte.

Ein günstiges aber älteres Fahrzeug, birgt ein höheres Risiko. Kleine und größere Reparaturen können hinzukommen. Dass ist zusätzlich zum Kaufpreis und den laufenden Betriebskosten hinzu zu rechnen.

Ebenfalls ein nicht ganz unwichtiger Kostenfaktor sind regelmäßige Wartungen. Um den guten, technischen Zustand des Fahrzeugs zu erhalten und damit den Wiederverkaufswert, sollte auf die regelmäßige Wartung während der Reise nicht verzichtet werden!

Die gepante Strecke

Wie an vielen Stellen auf MietCamper Australien hingewiesen .... Australien ist riesig!

Planst du große Teile des Kontinent im Camper/Auto zu bereisen, kommen schnell einige zigtausende Kilometer zusammen. Eine Umrundung des Kontinents ist für viele Traveller und Backpacker das ultimative Ziel. Dann ist eine Strecke von 40.000 km oder mehr realistisch. Das ist entspricht etwa einmal den gesamten Planeten zu umrunden!

Mit einem regelmäßig gewarteten Camper, ist das durchaus machbar. Mit dem richtigen Gefühl für's Fahrzeug und etwas Glück, ohne das größere Reparaturen anfallen. Aber selbst bei solchen Autos sollten Kosten für Verschleißteile mit in die Kalkulation einfließen. Dazu gehören Bremsen und Reifen.

Werden solche Mammut-Touren mit einem Fahrzeug geplant, das nur wenige tausend Dollar gekostet hat, sollten sicherheitshalber noch einige Tausender für größere, unvorhergesehene Ereignisse zur Seite gelegt werden.

Erfahrungen

Wir sprechen aus Erfahrung. Unsere Mitarbeiter haben selbst viele Kilometer mit unterschiedlichsten Fahrzeugen in Australien zurück gelegt. Zudem hat ein Kollege über mehr als 5 Jahre ein großes Verkaufsforum für australische Backpacker-Fahrzeuge geleitet. Kaum jemand hat dort ein Fahrzeug verkauft, in das während der Reise nicht noch ordentliche Beträge investiert werden mussten.

Dazu gehören mehr als nur Motor- oder Getriebeschäden. Auch Kühler, die im heißen Outback das zeitliche segnete. Ausgeschlagene Radlager und kaputte Achsen, nach Fahrten über hunderte von Kilometern auf unbefestigten Straßen. Unzählige Frontscheiben die wegen Rissen ausgetauscht werden mussten. Hervorgerufen durch Rollsplitt, der von den riesigen Roadtrains oder anderen vorausfahrenden Fahrzeugen hochgewirbelt wird.

Abschleppen aus einer einsamen Gegend kann ordentlich ins Geld gehen. Bis zum nächsten Ort mit Werkstatt oder wenigstens einem Mechaniker, über hunderte von Kilometern abgeschleppt zu werden, kann ein ziemliches Loch in die Budgetplanung reißen.

Der Preis fürs Fahrzeug und mögliche Folgekosten sollte daher immer genau abgewägt werden. Weniger für's Fahrzeug zahlen, aber dafür mit größerem Risiko reisen. Oder ein neueres, überprüftes Auto kaufen und etwas sicherer durchs Land fahren.

Natürlich gibt es auch bei weniger gebrauchten Fahrzeugen keine Garantie, dass alles immer funktioniert und heil bleibt. Aber die Chancen sind um ein vielfaches besser. Genauso wie der Wiederverkaufswert bei regelmäßiger Wartung höher ausfällt, als für einen Camper der zum Schluss nur noch mit Draht und Klebeband zusammengehalten wird.

Ort des Kaufs

Beachte bei einem Kauf oder Wiederverkauf auch Aspekte wie die Ortswahl. Auf Grund von australischen Bestimmungen, ist es nicht ganz unerheblich in welchem Bundesstaat oder Territorium ein Auto gekauft, bzw. wieder verkauft wird. Die Unterschiede können erheblich sein. So ist die Ummeldung von gekauften Autos, in manchen Bundesstaaten deutlich einfacher als in anderen. Und eine "Überführung" vom einen in den anderen Bundesstaat, kann zum Bürokratie-Alptraum werden.

Der Preis

Einfluss auf Preise, Angebote und Nachfrage haben die Saisonzeiten in Australien. Wo viele Backpacker ankommen, steigen Preise und Nachfrage. Andersherum gilt: Befindest du dich zur falschen Zeit (Nebensaison) am falschen Ort (z.B. im Norden während des Jahreswechsels) schwinden mögliche Käufer. Resultat: die Preise fallen.

Mit der richtigen Wahl von Zeit, Region und etwas Glück, kann beim Wiederverkauf möglicherweise der Wunschpreis erzielt werden. Aber bleib realistisch. Je näher der Abflugtermin rückt und potentielle Kunden ausbleiben, umso höher wird der Verkaufsdruck. Unrealistische Preisvorstellung könnten den Wiederverkauf dann zu einer nervenaufreibenden Sache machen. Und schließlich will man das gute Stück nicht kurz vor Abflug zum Schleuderpreis hergeben.

Zeitaufwand bei Kauffahrzeug

Kaufen - Ummelden - verkaufen: Alles Zeiten die bei Kauffahrzeugen gegenüber Mietfahrzeugen investiert werden müssen.

Der Fahrzeugkauf ist zeitaufwendig, sofern man Preise vergleichen möchte. Bis man die Materie einigermaßen verinnerlicht hat, kann einige Zeit vergehen. Meist müssen erst ein paar Fahrzeuge begutachtet werden, bis man ein relativ sicheres Gefühl für den Markt bekommt.

Nach dem eigentlichen Kauf geht es weiter. Alle Belange der Ummeldung erledigen und die richtige Versicherung finden kann zusätzliche Zeit kosten. Dazu kommen verschiedene Erledigungen und Behördengänge.

Beim Verkauf wiederum solltest du dir überlegen wie wertvoll deine Zeit wirklich ist. Ein gutes und gleichzeitig günstiges Fahrzeug verkauft sich schneller. Wenn du am Ende der Reise aus deinem fahrbaren Untersatz das absolute Maximum herausholen willst, solltest du dir dafür entsprechend Zeit nehmen.

Für diese drei Dinge (Kauf - Behördenkram - Verkauf) plane zwischen 8 -14 Tage ein. Diese Zeit bist du in der Regel an den Kauf- bzw. Verkaufsort gebunden und verkürzt damit deine Zeit zum Reisen entsprechend.

Der ganz wesentlicher Unterschied zwischen Miet- und Kauffahrzeug ist daher nicht immer nur der Preis! Eine andere, und für viele Traveller deutlich kostbarere Sache, ist die ZEIT! Wie viel diese zusätzlichen, entspannten Tage mit einem Miet-Camper wert sind, muss letztlich jeder selbst entscheiden.

Langzeitmiete

Wer mietet kann sich entspannt zurücklegen. Nach der Ankunft steigt man in einen Camper, das auf einen wartet. Und bis zum letzten Urlaubstag kann es genutzt werden. Ich selbst habe schon Camper in Australien abgegeben und saß knapp 2 Stunden später im Flieger zurück nach Deutschland. Mit einem Kauffahrzeug ist dies nur sehr schwer zu organisieren!

Zumal es bei längeren Mieten oft auch ganz andere Bedingungen gibt. Wenn du mehrere Wochen oder gar Monate ein Fahrzeug nutzen willst, solltest du dir ein Angebot von uns einholen. Betrachtest du das Gesamtbild, kann eine Langzeitmiete sich durchaus rechnen.

Pros und Cons der Miete

PRO:

  • Wahlmöglichkeit unter vielen Camper-Modellen für jede Art der Reise.
  • Geprüfte Mietfahrzeuge in regelmäßigem Wartungsturnus.
  • Voll ausgestattete Fahrzeuge mit allem was fürs Campen benötigt wird.
  • Kein Zeitverlust nach der Ankunft. Abholung nahezu direkt nach der Landung möglich.
  • Einfacher Zahlungs- und Übergabeprozess bei der Abholung.
  • Rückgabe bis nahezu kurz vor Rückflug möglich. Einfacher Rückgabeprozess am Ende der Reise
  • Kein langes suchen nach passenden Kauffahrzeug nach der Ankunft und nach möglichen Käufern vor der Heimreise.
  • Keine Rennerei wegen Ummeldung und Versicherung.
  • Keine Kosten für Wartung, Reparaturen und Verschleißteile.
  • Straßen- und Pannendienst inklusive.
  • Rabatte für verschiedene Campingplätze*
  • Attraktive Angebote für Langzeitmieter*
  • Zusätzliche Service durch Vermieter und Agenten*

*abhängig je nach Vermieter

CON

  • Kauffahrzeuge können bei einem guten Wiederverkaufspreis günstiger sein.
  • Fahren auf allen Straßen (Asphalt od. Gavel roads) ohne Rechtfertigung vor dem Vermieter.
  • Umbau und Gestaltung nach eigenen Wünschen.

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© Fotos: T.Engelhardt

Aktualisiert April 2018

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