Wie gefährlich wirklich - was sollte man wissen?

Lucky Bay, Cape Le Grand Nationalpark Bild: MCA


Australien hat traumhafte Strände, die zum schwimmen, schnorcheln, baden und planschen geradezu einladen. Die Küsten sind nahezu endlos und verführerisch lockt das Meer in unzähligen Blautönen. So wunderschön der Anblick ist, beim Baden im Meer sollten zwei Dinge im Auge behalten werden: Die Region und die Jahreszeit in der du ins Meer möchtest.

Anders gesagt: "Wann" kannst du "Wo" am besten ins Wasser gehen, und wann und wo nicht! Wer den Nervenkitzel "liebt" stürzt sich einfach, ohne Informationen vorab in die Fluten. Alle anderen sind mit nur etwas Basiswissen gut vorbereitet. An Land sind mögliche Risiken optisch gut überschaubar. Im Wasser liegen sie leider unter der Oberfläche.

Australiens Wasserwelt in der Übersicht:

  • Über 35.000 Kilometer Meeresküste hat Australien.
  • Die Bademöglichkeiten sind vielfältig.
  • Mit etwas Basiswissen sind Gefahren sehr überschaubar.
  • Tipp: Auf lokale Hinweise achten. Möglichkeiten: Informationen vor Ort, z.B. in Visitor Centre, lokaler Tauch- oder Surfclub.
  • Wo schwimmen im Meer unmöglich ist, werden Alternativen angeboten.

Das Meer, Swimmingpools & City-Lagoons

Entspannt im Meer baden, schnorcheln und tauchen ist an vielen Küstenabschnitten kein Problem. Und wer dennoch echte Sorgen haben sollte an Australiens Stränden zu baden: In unzählige Swimmingpools von Campinganlagen und Hotels oder öffentlichen Schwimmbädern - auch im Hinterland - kann ganz sicher geplanscht werden.

Einige Küstenort im Norden Australiens bietet sogar extra angelegte und großzügig gestaltete Lagunen zum baden. In Darwin sogar mit Wellenbad. Im wohltemperierten Wasser kann dort mit Kind und Kegel gebadet werden. Unübersehbar liegen sie zentral und sehr dicht an der Küstenpromenade.

Andererseits lässt es sich aber natürlich auch an den Küsten im Meer baden. Beachten werden sollte dann lediglich "wann" und "wo"! Um Australier und Besucher zu informieren, unternimmt Australien einiges und investiert in Vorbeugung und handfeste Maßnahmen. Örtlichen Behörden und lokale Einsatzkräfte unternehmen ihr Übriges.

Lokale Hinweise beachten

Mehrsprachige Hinweisschilder, Rettungsschwimmer am Strand (Lifeguards on duty) und regionale Infokampagnen informieren und schaffen nicht nur bei den Australiern ein Bewusstsein für das richtige Verhalten. Wer den Film "Der weiße Hai" kennt, weiß was "schlechte Presse" für einen Küstenort bedeuten kann.

Australien Gewässer summieren allerdings ein paar blöde Dinge, die zunächst einen suboptimalen Eindruck erwecken. Ganz grob formuliert: Krokodile im Norden, Haie im Süden und vom Norden bis zur Mitte können Quallen gewaltig nerven. Hört sich schlimm an, aber keine Panik..... alles der Reihe nach.

Die Krokodile im Norden

Die gute Nachricht zuerst. Mit nur wenigen und sehr, sehr einfachen Vorsichtsmaßnahmen ist die Gefahr einfach gebannt. Zum Beispiel: NICHT DORT SCHWIMMEN wo SCHILDER explizit davor warnen! Ja, so einfach kann es manchmal sein.

Seit dem Jahr 2000 gab es in Australien 16 tödliche Krokodil Angriffe (Stand 2017). Schaut man sich die Vorfälle etwas genauer an (was sich bei CrocBite sehr einfach realisieren lässt), kann man sagen, dass überwiegend Fehlverhalten des Menschen zu den Angriffen führte.

Wer gern die Essensglocke für Krokodile läuten möchte, geht am besten gleich an Stränden, in Flüssen (Creeks) oder Wasserlöchern (Billabong) ins Wasser geht, die dafür bekannt sind ein Lebensraum der Tier zu sein!

Im Norden Australiens in der Dunkelheit schwimmen gehen, einen blockierten Angelhaken von einer Uferböschung lösen oder das Campinggeschirr am Flussufer abspülen. Alles sehr schlechte Ideen, wenn es an einem Gewässer oder Küstenabschnitt erfolgt, in dem bekannterweise Krokodile leben.

Und im nördlichsten Teil des Landes ist es keine "Mutprobe" durch einen Fluss zu schwimmen sondern lebensmüder Leichtsinn. Das alles waren Situation, die in den letzten Jahren tatsächlich zu tödlichen Unfällen mit "Crocs" in Australien führten.

Australien: Warnhinweis vor Krokodilen im Kakadu Nationalpark

Saltie & Freshie: Zwei Arten von "Crocs"

Zwei Arten kommen vor allem vor. Das Australien-Krokodil (Süßwasserkrokodil). Von Australiern "freshwater croc" oder auch liebevoll "Freshie" genannt. Es hält sich nur im Süßwasser auf, also in Flüsse & Seen. Das zweite ist das Salzwasserkrokodil, entsprechend "Saltie" in der australischen Umgangssprache.

Beide Arten sind nur im tropischen Norden heimisch. Freshies in Seen und Flüssen. Salties allerdings auch an den Küstenabschnitten der australischen Tropen. Etwa von Mackay, hinauf bis Cape York und weiter entlang der Küste Queensland über das Northern Territory und Western Australia.

Süßwasserkrokodile sind nicht so aggressiv wie Salzwasserkrokodile und deutlich scheuer. Von unprovozierten Angriffen gibt es seit Jahren keine Meldungen. Allerdings verteidigen die Tiere - und wer kann es ihn verdenken - ihren Nachwuchs wenn sie eine Bedrohungslage spüren.

Salties: Warnungen beachten!

Salzwasserkrokodile spielen dagegen in einer andere Liga. Ihr Instinkt lässt sie nach allem schnappen was sich bewegt und nach einer Mahlzeit aussieht. Bis Mitte der 1970er Jahre wurden sie durch den Menschen fast ausgerottet, bis sie Artenschutzabkommen schützten. Seit dem hat sich ihre Population erholt und vervielfacht.

So gehen auch alle tödlichen Attacken in Australien auf die Konten von Salzwasserkrokodile. Sie leben, wie der Name fälschlicherweise vermuten lässt auch im Süßwasser. Ihr hauptsächlicher Lebensraum sind Flussmündungen und Mangrovensümpfe, die im nördlichen Australien relativ häufig vorkommen.

Krokodil im Mangroven Sumpf in Australien

Salties können zudem weit in Flüsse hinein schwimmen. Diesem Umstand sollen die vielen Warnschilder gerecht werden, die an Flussufern und Seen aufgestellt sind. Abgesehen von exotischen Fotomotiven, sind sie allerdings eine echte WARNUNG! Hier bleibt man am besten etwas abseits und spart sich das Barbecue mit Fisch und Fleisch direkt am Ufer.

Würfelquallen oder Jellyfish - Das Wesen aus einer anderen Welt?

Qualle (Jellyfish) im Meer

Das Problem mit Australiens Jellyfishes ist, dass fast alles was der Normalbürger darüber weiß eigentlich nur Horrorgeschichten aus medialen Quellen sind. Wie vieles, was bei Menschen Ängste und damit Aufmerksamkeit hervorbringt, werden sie gern dazu benutzt um Auflagen und Einschaltquoten zu steigern oder im Netz für Klicks zu sorgen.

Wer solche "Nachrichten" hört, bekommt bei Gedanken an Baden in Australien schnell ein ungutes Gefühl. Alles was bedrohlich wirkt und dem Mensch unbekannt ist bzw. worüber er kaum Informationen hat, verursacht naturgemäß ein Unbehagen.

Kein Problem haben wir hingegen, durch eine Stadt zu laufen oder uns ins Auto zu setzen. Wir kennen die Umstände sehr gut, wissen um die möglichen Gefahren und entwickeln unsere eigene Sicherheitseinschätzung. Leider versagt diese jedoch regelmäßig, wenn es um etwas so unbekanntem wie z.B. dem Jellyfish geht.

Und das, obwohl das Risiko in einer Stadt durch ein Gewaltverbrechen oder einen Unfall ums Leben zu kommen mehrere hundertmal höher ist. Uns stehen einfach zu wenig eigene Erfahrungswerte zur Verfügung. So stützen wir uns häufig nur auf die Informationen, der um Aufmerksamkeit buhlenden Medien. Hier mal ein paar ...

Fakten zum Jellyfish in Australien:

  • Der letzte tödliche Unfall liegt 10 Jahre (2007) zurück. Seit den 1970er Jahren gab es im ganzen 11 tödliche Fälle in australischen Gewässern.
    Update: 2016 sollen zwei französische Touristen (74 & 76 Jahre) durch Irukandji Jellyfische ums Leben gekommen sein. Ist jedoch nicht bestätigt worden und bisher eine Hypothese der Medizinern.
  • Meeresbiologen kennen die Tiere inzwischen sehr gut und liefern recht genaue Vorhersagen über Verhalten, Vorkommen, bzw. wo und wann sie auftreten.
  • Saison für Quallen sind Oktober bis Mai, rund um Australiens Nord- und Nordostküste (Broome über Darwin bis etwa Gladstone /QLD)
  • Der Irukandji Jellyfish ist recht selten in Nordaustralien. Zwischen 1985 und 1997 (12 Jahre) waren 83% der Kontakte in QLD, 9% im NT und 8% in WA. Zu 81% waren die Vorfälle am Nachmittag.
  • Wirkungsvolle Schutzmaßnahmen sind seit Jahren im Einsatz und werden weiter ausgebaut.
  • Dazu gehören mehrsprachige Warnschilder - meist mit Essigflaschen für die Erste Hilfe - Quallennetze - detaillierte Vorhersagen über die Medien - Strände mit ausgebildeten Rettungsschwimmern (Lifesaver) und eine gute medizinische Versorgung.
  • Australiens Behörden und Touranbieter bauen seit Jahren den Schutz für Besucher und Bewohner aus.
  • Schnorchel und Tauchangebote finden zu Zeiten und in Regionen statt die als quallenfrei gelten. Verantwortungsvolle Anbieter bieten Ganzkörper-Schwimmanzüge (Stinger-Suits) auch beim Schnorcheln an.
  • Orte in denen das baden im Meer nicht empfohlen wird, haben meist große, attraktive Badelandschaften (Lagoons) an den Küstenpromenade errichtet.
  • Jellyfische sind kein australisches Phänomen, sondern weltweit verbreitet. Sie leben in nahezu allen warmen Gewässern und kommen selbst vor der Küste Wales (U.K.) und im Mittelmeer vor.

Es ist nachvollziehbar, dass die Gefahr immer wieder für Unwohlsein sorgt. Letztlich ist es aber vor Ort ein gut überschaubares Risiko.

Der Klassiker zum Schluss: Haie.

Wenn es um Gefahren in Australien geht, darf der Hai in keiner Auflistung fehlen. Und auch wenn es tatsächlich zu Hai Angriffen auf Surfer, Schwimmer und Taucher gekommen ist, so sollte auch hier die Verhältnismäßigkeit im Auge behalten werden.

Weltweit werden pro Jahr rund 80 unprovozierte Haiangriffe auf Menschen gemeldet. Zwischen 5 und 7 davon mit tödlichem Ausgang. Und tatsächlich gehören die Küsten Südafrikas, der USA und Australien zu den am häufigst betroffen.

Im Fall von Australien, hat dies allerdings mit einer der längsten Küstenabschnitten in tropischen Gewässern und unzähligen Stränden zu tun. Zudem halten sich jedes Jahr mehr und mehr Menschen in ihrer Freizeit an Küsten, Stränden und im Meer auf.

Zu den gefürchtetsten Haiarten zählt sicherlich der "Weiße Hai" der sich allerdings in etwas kühleren Gewässern wohl fühlt. In Australien kommt er vornehmlich an der Südküste vor.

The "Great White"

Inzwischen werden sogar "Cage-Diving", in der Nähe von Adelaide angeboten. In sichern "Anti-Hai-Käfigen" kann dort getaucht und weiße Hai beobachtet werden. Natürlich immer vorausgesetzt die Haie sind am entsprechenden Tag vor Ort. Selbst trockenen Fußes können die beeindruckenden Tiere, durch "glass bottom boats" beobachtet werden. Dabei werden kleine Snacks und Getränke gereicht.

Riffhaie

Weißspitzen Riffhai

Riffhai (Weiß- und Schwarzspitzen, sowie Grauer Riffhai) kommen, wie der Name schon sagt, vorwiegend an Riffen vor. Da hat Australien einiges zu bieten. Am Great Barrier Reef ist die Chance daher am größten einen Riffhai zu sehen zu bekommen. Aber auch an der Coral Coast, hier besonders dem Ningaloo Reef, sind Riffhaie zu sehen.

Wirklich gefährlich ist diese Art kaum, solange sie nicht gereizt oder zu sehr belästigt werden. Die Tiere sind eher scheu und ergreifen für gewöhnlich die Flucht, wenn sich ihnen ein Mensch nähert. Bei Tauchern gehören "Reef-Sharks", sofern sie entdeckt werden, zu den spektakulären Erlebnissen.

Während eines Australien Urlaubes einem Hai zu begegnen gehört damit eigentlich zur großen Ausnahme. Es sei denn man möchte diese faszinierenden Tier unbedingt sehen. Dann hat man bei ein Tauchgang mit einem professionellen Touranbieter, die beste Chance.

Alle anderen, ungewollten Begegnungen sind - wenn natürlich auch nicht zu 100% auszuschließen - nahezu unwahrscheinlich.

Wie hoch ist das Risiko wirklich?

Es gibt viele Vergleiche wie unwahrscheinlich es ist durch einen Hai angegriffen zu werden. Wer aber sich trotzdem größere Sorgen macht, sollte sich vielleicht einmal vor Augen führen:

  • Die Wahrscheinlichkeit durch einen Blitz getroffen zu werden ist deutlich höher.
  • Verglichen mit einem Haiangriff, ist die Benutzung eines Handys geradezu LEBENSGEFÄHRLICH! In den letzten Jahren steigt die Zahl tödlicher Unfälle kontinuierlich. Zum Beispiel um ein besonderes "Selfie" zu machen oder weil während der Autofahrt ein Handy benutzt wurde.
    Durch Selfies kamen alleine 2017 fast 100 Menschen ums Leben. Die meisten in Russland und Indien, sowie eine Frau in Neuseeland und ein Mann in Deutschland. Dagegen ist es geradezu sicher im Meer zu schwimmen!
  • Von den vielen Haiarten, die auch rund um die Küsten Australiens vorkommen, sind die wenigsten gefährlich für den Menschen.

Australische Weisheit?

Wenn dich das alles immer noch beunruhigt und du eigentlich einen wunderschönen Badeurlaub in Australien verbringen wolltest, halte es mit einem Australier der es vor einigen Jahren mal so auf den Punkt brachte: "Hey Mate, if you want to swim in the ocean, go to Thailand!"

Anders ausgedrückt bedeutet es eben einfach nur, dass das Baden an australischen Stränden eben anders ist als in der Ostsee ;-)

©Fotos: S.Bendisch, L.Hopf - MCA / Pixaby / Wikimedia

Aktualisiert: Sept. 2018

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