Wie gefährlich ist sie wirklich?

Inland Taipan in Australien


Ja, ja... kennen wir doch alles. Die vielen freundlichen Warnungen und besorgten Hinweise von Menschen, die zwar selbst noch nie in Australien waren aber wissen: "Die gefährlichsten Tiere der Welt leben doch dort" Und ja, das stimmt. Ob du sie allerdings je zu sehen bekommst, wenn nicht gerade ein australischer Zoo besucht wird, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Übersicht:

  • Australien ist nicht so gefährlich wie Medien es oftmals gerne darstellen.
  • In der Regel kommst du mit wirklich giftigen Tieren während deiner Urlaubsreise nicht in Kontakt.
  • Es gibt so viel was man machen kann um Risiken zu vermeiden.
  • Wildtiere die plötzlich die Straße überqueren können für Autofahrer einen deutlich realere Gefahr darstellen.

Gemachte "Angst“

Die Sorge mancher Menschen ist nachvollziehbar. Angesichts der Meldung von umsatzabhängiger Medien, quotensüchtigen TV Formaten und nach Klicks geifernden Videos bei YouTube & Co. Demnach schwirrt, kreucht und fleucht die tödlichen Bedrohungen in allen Bereichen Australiens ... zu Land zu Wasser und in der Luft.

Mit etwas Abstand betrachtet und auf die Fakten geschaut, sieht das schnell etwas anders aus. Schließlich kommt man zum Schluss, dass nicht etwa Hai und Schlangen eine Gefahr für den Mensch in Australien darstellen, sondern etwas anderes auf das wir gleich eingehen! Dazu später mehr.

Wenig Wissen aber blühende Phantasie. Giftige Tiere sind ein beliebtes Thema, wenn es um Australien geht. Da tun sich gern die hervor, die zwar noch nie selbst da waren aber glauben alles über Schlangen, Krokodile und Haie in Australien zu wissen.

Mitarbeiter von MietCamper Australien, Freunde und Bekannte, waren bereits mehrmals in Australien. In den seltensten Fällen kamen sie dabei mit einem Tier in Kontakt von dem echte Gefahr ausging. Manche von uns, haben sogar noch nie eines der giftigen Tiere in freier Wildbahn auf ihren Reisen gesehen.

Die Tiere haben selbst meist Angst vor dem Menschen und ergreift ohnehin die Flucht. Oder sie halten sich - mit einigen Ausnahmen - entfernt von menschlichen Ansiedlungen auf. Und selbst bei Begegnungen, kommt es mit überlegtem und ruhigem Handeln kaum zu lebensbedrohend Situationen. Trotzdem, wie man so schön sagt: "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste"

Deshalb hier eine kurze Übersicht über die verschiedenen Tiere in Australien und Tipps welche vorbeugende und vorsorglichen Maßnahmen du ergreifen kannst.

Im Meer, an Land und in der Luft

Generell gesagt: Klar es gibt sie. An Land giftige Schlangen und Spinnen. Im Meer Quallen, Krokodile und Haie. Und selbst in der Luft, die australische Honigbiene, Sie ist inzwischen sogar für mehr Todesfälle verantwortlich als alle Schlangen-, Hai- und Spinnenbisse zusammen.

Gefährlich ist diese Biene allerdings nur für einen geringen Teil der Bevölkerung. Für alle die allergisch auf einen Stich reagieren. Mit einem EpiPen (Adrenalin-Fertigspritze) kann nach einem Stich den Symptomen entgegen gewirkt werden. Die Risiken sind überschaubar

Wichtig bei Begegnungen : Ruhig bleiben!

Jedes Jahr reisen Millionen von Touristen nach Australien. Die Chance sind eben sehr gering unter normalen Umständen diesen Tieren überhaupt zu begegnen. Sollte es dennoch einmal zu einer Begegnung mit einer Spinne oder Schlange in freier Wildbahn kommen, ist der Beste Tipp Ruhe zu bewahren. Selbst wenn das in der Situation vermutlich schwer fällt.

Hektische Bewegungen und lautes Schreien nehmen viele Tiere als Bedrohung wahr. Gerade so ein Verhalten versetzt das Tier in den Angriffsmodus, also genau das, was man vermeiden möchte.

Mehr Infos zu Schlangen und Spinnen und was es für vorbeugende Maßnahmen gibt, findest du außerdem in unserem Beitrag: Australiens Tierwelt an Land

Die Ozeane, die den roten Kontinents umgeben, werden ebenfalls immer wieder gerne genannt, wenn es um die gefährliche Tierwelt Australiens geht. Glaubt man einigen Zeitungs- oder TV-Berichten, scheinen Hai, Krokodil und Quallen nur darauf zu warten, dass sich Touristen ins Wasser begeben.

Aber genau wie bei den Landtieren, gehören die giftigen und für Menschen gefährlichen Wassertiere, zur Natur des Kontinents und machen damit einen großen Teil seiner Faszination aus. Wie für die Landtiere haben wir hierzu ausführlichere Informationen in unserem Beitrag Australiens Tierwelt im Meer zusammengetragen.

Gefährlicher als alle australischen Gifttiere

Aber zusammengenommen steht die Anzahl von Vorfällen mit tödlichem Ausgang durch australischen Tiere, nicht annähernd im Verhältnis zum gefährlichsten menschlichen Gegenüber: Dem Auto! Leider kamen durch Autounfälle mehr als 1.200 Personen in Australien in zwölf Monaten (06.2015 - 06.2016) ums Leben. Das sind fast 3 am Tag (Vergleich: Deutschland 2016: ca. 3.300 Verkehrstote/ 9 pro Tag) Das schaffen Hai, Schlange, Spinne und Qualle zusammen nicht einmal im Ansatz!

So gesehen, bekommen Berichte über giftige und gefährliche Tiere in Australien ein ganz anderes Verhältnis. Rein statistisch sind Bedenken zur Fahrt im Auto deutlich angebrachter, als über Gefahren durch australische Tiere.

ÜBRIGENS....

... wenn du dir Gedanken wegen giftiger Schlangen, Haie oder Krokodile machst! Ein ganz anderes Risiko geht von diesen hier aus: Kängurus - Wallabys - Kühen - Emus - Schafen und Kamelen. Allerdings nicht etwa weil sie angreifen oder beißen, sondern als Verkehrshindernis. Auf Australiens Straßen sieht man sie öfter mal im Straßengraben. Tierkadaver, der Rest von überfahrenen Kängurus, Wombats oder anderen Tieren.

Die Zahl an wilden Tieren, die sich vor allem in der Dämmerung oder im Morgengrauen auf den Weg machen, ist in Australien besonders groß! Meist sind sie zu diesen Zeiten unterwegs, um ihr Nachtlager zu erreichen oder um auf Futtersuche zu gehen. Dabei werden Straßen in allen Landesteilen von ihnen überquert.

Aber auch Farmtiere wie Kühe oder Schafe, können unvermittelt vor einem auftauchen. Straßen und "gravel roads" durchschneiden die riesigen, australischen Farmen und Weiden. Und nicht überall werden die Tiere durch Zäune zurückgehalten.

Im roten Zentrum sind zudem rund 300.000 wilde Kamele unterwegs. Auch die haben keine Verkehrserziehung bekommen und schauen erst nach rechts und links, bevor sie die Straße überqueren. So kann es durchaus vorkommen, dass hinter der nächsten Kurve zwar kein Känguru die Straße kreuzt, dafür aber möglicherweise eine Kuh oder Kamel über die Straße trabt. Und wie schnell das bei einem Känguru gehen kann siehst du im Video am Ende des Beitrags.

Fakten - Zahlen - Vorbereiten

Vor ein paar Jahren gab es eine australische Studie zu "Unfällen durch einen Zusammenstoß mit Tieren" Die Zahlen sind verblüffend, wenn sie ins Verhältnis zu Todesfällen oder Angriffen mit giftigen Tieren gesetzt werden. Danach gab es zwischen 2001 - 2005 mehr als 11.000 gemeldete Autounfälle mit Tieren.

Wobei die Studie davon ausgeht, dass nicht einmal alle Unfälle immer genau aufgenommen und viele vermutlich gar nicht gemeldet wurden. So wird vermutet, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt.

Viele Unfallteilnehmer wurden dabei schwer oder leicht verletzt. Für mehr als 60 Personen endete die Kollision tödlich. Geschätzt wird das inzwischen 5 - 6% aller Unfälle in Australien aus Kollisionen mit Tieren resultieren. Der "NSW Roads and Maritime Service" geht sogar davon aus das in „ländlichen Gegenden“ jeder 5. Unfall durch Tiere verursacht wird.

Wie du vorbeugend handeln kannst:

  • Beachte Warnhinweise (Straßenschilder) und behalte Seitenstreifen auf mögliche, plötzliche Bewegungen im Auge!
  • Besondere Aufmerksamkeit sollte der Dämmerung (Morgens & Abends) gelten.
  • Reduziere die Geschwindigkeit wenn du ein Tier entdeckst. Die Tiere können beim auftauchen von Fahrzeugen panisch und unberechenbar reagieren
  • Viele Tiere sind im Rudel unterwegs. Wo eines ist, können auch mehrere sein.
  • Hält oder verlangsamt ein Fahrzeug unmittelbar vor dir, wartet der Fahrer evtl. auf ein Tier. Stoppe oder reduziere die Geschwindigkeit entsprechend bis die Gefahr vorüber ist.
  • Falls ein Tier plötzlich vor dir auftaucht: Bremse möglichst OHNE hektisch das Steuer herumzureißen!
  • Versuche NICHT auszuweichen! Hektische Lenkbewegungen können deutlich dramatischere Konsequenzen für deine Insassen und dich haben, als ein überfahrenes Tier! (Single Vehicle rollover)

Vorausschauendes Fahren ist einer der besten Tipps die wir dir geben können.

©Fotos: S.Hopf/MCA, Pixabay

Aktualisiert: Aug. 2018

Camper Angebot

Jetzt hier - einfach, kostenlos und unverbindlich - dein persönliches MietCamper-Angebot:

Jetzt Camper anfragen

Mehr zum Thema

  • Notfall oder Probleme in Australien: Wer hilft vor Ort, wie erreichst du Helfer, was ist bei Problemen mit dem Camper? Unsere Tipps & Infos ►


  • Wie sicher ist Australien? Taschendiebstahl, Einbruch im Camper, alleine unterwegs. Was man für die eigenen Sicherheit tun kann. Tipps & Infos ►


  • Australiens Tiere an Land: Wo lauert Gefahr, welche sind gefährlich, welche giftig? Wie ihnen begegnen & verhalten - Unsere Infos & Tipps ►


  • Australiens Tiere im Meer: Wie gefährlich sind sie wirklich, wo kann man baden, was sollte man wissen, gibt es Alternativen? Infos & Tipps ►


  • Versicherungen für Reisen & Urlaub in Australien: Was du brauchst - Was ist sinnvoll - Worauf du verzichten kannst. Unsere Infos & Tipps ►