Was ist wichtig - Was ist sinnvoll


Bei einer Reise nach Australien oder Neuseeland gibt es einige Versicherungen die wirklich sinnvoll bzw. sogar wichtig sind. Dennoch neigt der Deutsche dazu etwas "überversichert" zu sein. Im Europäischen Vergleich sind wir zumindest schon mal Spitzenreiter, wenn es um Versicherungen geht. Keine andere Nation in Europa, ist so gut abgesichert wie wir.

Schnelle Übersicht:

  • Bestehenden Versicherungen sollten vor der Reise auf ihre Tauglichkeit für Australien geprüft werden!
  • Spezielle Reise-Versicherungen können durchaus sinnvoll sein.
  • Andere wiederum nur für besondere Lebensumstände bzw. Situationen.
  • Reise-Versicherungsprodukte können sehr unterschiedliche Bedingungen haben. Entscheidend ist was man persönlich benötigt.
  • Reisegepäck-Versicherungen häufig sinnlos (Quelle: Stiftung Warentest)

Welche Versicherungen für Australien / Neuseeland

Für einige Reisen - vor allem ins außereuropäische Ausland - kann es sinnvoll sein eine zusätzliche Versicherungen abzuschließen. Manches ist aber auch bereits in denen eingeschlossen, die man ohnehin hat. Ein guter Zeitpunkt, jetzt seine bestehenden Versicherungen mal auf den Geltungsbereich zu überprüfen.

AUSLANDSKRANKEN-Versicherung: Unerlässlich für eine Australienreise

REISERÜCKTRITT-Versicherung: Empfehlenswert und sinnvoll

REISEHAFTPFLICHT-Versicherung: Bei Besitz einer Privathaftpflicht nicht zwingend notwendig.

PRIVATHAFTPFLICHT-Versicherung: Nicht nur auf Reisen eine gute Sache.

UNFALL-Versicherung: Wenn nicht schon vorhanden, überlegenswert auf Reisen.

REISEABBRUCH-Versicherung: Kann im Einzelfall & je nach persönlichen Umständen Sinn machen.

REISEGEPÄCK-Versicherung: Wenig sinnvoll. Hohe Hürden für Erstattung

HANDY-Versicherung: Siehe Reisegepäck.

Beachte bitte unseren Hinweis am Ende der Seite*

Die Auslands-Krankenversicherung (AKV)*

Auf der eigenen Krankenkassen-Karte steht es zu lesen: "Europäische-Krankenversicherungskarte". Damit ist eigentlich klar: Für Australien ist eine gesonderte Auslandskrankenversicherung sinnvoll.

Es gibt sehr, sehr viele Anbieter. Die Preise bewegen sich zwischen ein paar Euros - bei kürzeren Aufenthalten - und mehreren hundert Euro bei monatelangen Reisen mit umfangreichen Leistungen. Damit hängte es zu allererst vom eigenen Reisevorgaben und Leistungswünschen ab. Dazu gehören: Reisedauer, Alter, Vorerkrankungen, gewünschte Serviceleistungen und u. U. auch das Reiseland, z.B. bei einem Zwischenstopp in den USA. Dort gelten strengere Vorgaben.

Die Versicherungsbedingungen können, je nach Anbieter, sehr stark voneinander abweichen. Die Aufenthaltsdauer kann eingeschränkt sein, andere Anbieter unterscheiden sich nach eingeschlossenen Mitreisenden (z.B. mitreisende Kinder). Vor allem aber können sich die "Leistungen" sehr stark unterscheiden.

Alle Angebote zu vergleichen ist nicht immer einfach und bedarf etwas Zeit zum Lesen. Auch wenn das etwas umständlich sein mag, sollte man sich die Zeit nehmen. Es kann sich lohnen, nicht nur finanziell sondern wohl möglich auch gesundheitlich! Es ist mehr als unangenehm, fern der Heimat zusätzlich zur Erkrankung oder Verletzung, auch noch einer dicken Arztrechnung gegenüber zu stehen.

Tipps:

- Falls bereits eine Auslandskrankenversicherung vorhanden ist (z.b. noch vom letzten Urlaub), prüfen ob sie für Australien bzw. Neuseeland in Bezug auf Laufzeit oder Ländereinschränkung gültig ist.

- Bei Arztbesuchen in Australien muss grundsätzlich erst eine Kreditkarte vorgelegt werden. Behandlungen bei minder schwerer Erkrankung, kleineren Wehwehchen und Verletzungen muss die Arztrechnung sofort vor Ort bezahlt werden (Belege aufheben!). Nach der Rückkehr - bei einem längeren Aufenthalt ggf. auch früher - können die Belege dann eingereicht und von der Versicherung zurückgeholt werden. Bei schweren Verletzung und Erkrankungen mit stationärer Behandlung, werden in der Regel Übernahme-Vereinbarung zwischen Arzt bzw. Krankenhaus und der Versicherung ausgetauscht.

- Auf Reisen Versicherungsunterlagen dabei haben. Entweder in Kopie oder als Scan - z.B. abgelegt im Netz - sodass auch im Ausland darauf zugegriffen werden kann!

Die Reiserücktritt-Versicherung (RRV)*

Eine sinnvolle Versicherung, die abgeschlossen werden sollte. Sie dient um mögliche Stornierungskosten zu ersetzen. Solche Kosten können bei kurzfristig und unerwarteter Absage der Reise durch den Kunden entstehen. Ein Hinweis auf den Abschluss einer solchen RRV durch den Reiseveranstalter, gehört nicht nur zum guten Ton, sondern ist auch gesetzlich vorgeschrieben.

Die Versicherungsprämie richten sich nach dem Preis der Reise, den eingeschlossenen Gründen für die Absage und einem möglichen Eigenanteil (Selbstbehalt). Üblicherweise liegen sie bei 3-4% des Reisepreises.

Gründe für eine Absage der Reise können vielfältig sein. Sie müssen jedoch immer wichtig sein. Was als "wichtig" gilt, ist in den Versicherungsbedingungen vorgegeben. Hierzu gehören beispielsweise eine unerwartete Krankheit, schwerer Unfall oder Tod. Dabei schauen die Versicherer genau auf die Gründe. Und diese müssen belegt werden. Zum Beispiel durch einen Arzt oder andere offizielle Bescheinigungen.

Nach der Buchung sich einfach nur anders zu entscheiden oder keine Lust mehr auf die Reise zu haben, ist kein erstattungsfähiger Rücktrittsgrund. Ebenfalls keinen Grund für eine Erstattung: Wenn vor Reiseantritt die finanziellen Mittel ausgegangen sein sollten.

Es ist also wichtig die Bedingungen genau zu kennen. Selbst der Tod eines nahen Angehörigen wurde - in einem Aufsehen erregenden Fall - nicht als Grund akzeptiert (siehe Artikel Spiegel Online: Tod des Ehepartners kein Grund für Reiserücktritt). Der Grad der Verwandtschaft ist entscheidend.

Studierenden oder Schülern, die bei einer Prüfung durchgefallen sind und eine bereits bezahlte Reise deshalb absagen wollen, haben wenig Chancen dass eine Versicherung dies als Grund für eine Rückerstattung anerkennt.

Die Reisehaftpflicht-Versicherung*

Kurz und knackig: Nicht nötig!! Ohnehin hat eigentlich jeder heute eine "Privathaftpflicht" (zu der gleich mehr). Die Police sollte allerdings auf die angesprochenen Punkt bei der Privathaftlicht gecheckt werden. Wenn sie passt, ist eine spezielle "Reisehaftpflicht" nicht sinnvoll. Das Geld dafür kann für besseres genutzt werden.

Privathaftpflicht-Versicherung*

Die meisten von uns besitzen eine private Haftpflichtversicherung. Sie ist sinnvoll, um im Schadensfall Ansprüche Dritter - egal ob in der Heimat oder auf Reisen - zu begleichen. Sie deckt Schäden, die der Versicherungsnehmer im täglichen Leben durch Fahrlässigkeit an Personen oder Gütern anderer verursacht.

Üblicherweise gilt die Haftpflicht auch im Ausland. Daraufhin sollte die eigene Police jedoch sicherheitshalber überprüft werden. Einige Versicherungen schließen bestimmte Länder aus. Beispielsweise die USA!!

Wichtig für alle die über die USA reisen! Für die USA wird von vielen Haftpflichtversicherungen eine Zusatz Versicherung verlangt. Durch die exorbitanten Schadensersatzansprüche die dort gestellt werden können, sind die USA bei vielen Standardverträgen ausgeschlossen. Durch Zusatzvereinbarungen kann das Land in den Vertrag eingebunden werden.

Die Privathaftpflichtversicherung gilt jedoch nicht für Schäden die mit einem Mietfahrzeug verursacht werden. Solche Schäden können durch die KFZ-Haftpflichtversicherung, die der jeweilige Vermieter zusätzlich zum Fahrzeug anbietet, abgesichert werden.

Unfallversicherung*

Eine Unfallversicherung kann eine sinnvolle Sache sein. Bei einem Unfalls sichert sie nicht nur die sofortige, medizinische Versorgung, sondern häufig auch die Folgen des Unfalls ab. Je nach Police können das Invalidität aber auch Tod sein.

Bei der Unfallversicherung sollte unbedingt geprüft werden, welchen Umfang sie abdeckt. Dazu gehört nicht nur in welchen Ländern diese Versicherung wirksam ist, sondern auch welche Aktivitäten eingeschlossen sind. Möglicherweise sind bestimmte Sportarten ausgeschlossen. Gerade ein attraktive Urlaubsländer wie Australien und Neuseeland, bieten davon einiges!

Surfen, Tauchen, Bungeespringen, Fallschirmspringen, Climbing und andere Freizeitbeschäftigungen können unter Umständen in Standard-Unfallversicherung ausgeschlossen sein. Falls solche Aktivitäten in Down Under geplant sind, ist ein Blick in die Versicherungs-Unterlagen sehr sinnvoll.

Reiseabbruch-Versicherung*:

Die Reiseabbruchversicherung deckt Kosten, die durch den vorzeitigen Abbruch von Reisen entstehen. Ob eine "Reiseabbruchversicherung" Sinn macht, ist eine ganz persönliche Entscheidung die es abzuwägen gilt. Abbruch wegen "Geldmangel" oder einfach "keine Lust mehr" gehören nicht zu den Gründe die erstattungsfähig wären.

Die Fortsetzung der Reise muss unzumutbar sein. Die Versicherung tritt also nur in Kraft, wenn ein triftiger Grund vorliegt. Dazu gehört z.B.: schwerer Unfall oder Krankheit des Versicherten oder seiner mitreisenden Angehörigen (sofern sie im Vertrag erfasst sind). Ebenso unerwartete schwere Krankheiten oder Tod eines nahen Angehörigen in der Heimat, Einbruch in der Wohnung oder eine Kündigung des Arbeitsplatz.

In Betracht gezogen werden sollte dabei der Preis und die Dauer der Reise. Australien und Neuseeland liegen nicht gerade um die Ecke, die Entfernung in die Heimat ist groß. Ungeplante Kosten für einen Rückflug sind um einiges höher, als von europäischen Urlaubszielen. Eine Frage die man sich stellen sollte ist, ob im privaten Umfeld eventuell ein erhöhtes Risiko für eine der oben genannten Situationen besteht.

Je nach Versicherungsunternehmen werden Abbruchversicherungen entweder als Einzelversicherung oder nur in Kombination mit einer Reiserücktritt-Versicherung angeboten.

Reisegepäck-Versicherung*:

Eine Reisegepäckversicherung dient dazu, bei Verlust oder Diebstahl des Gepäcks finanziellen Ersatz, bis zu einer vertraglich vereinbarten Höhe zu leisten. Allerdings bauen Versicherung, sehr große Hürden in die Bedingungen ein. Es wird sehr genau geprüft bevor eine Leistung erbracht wird. Selbst Stiftung Warentest rät dazu von solchen Versicherungen die Finger zu lassen.

Geht zum Beispiel Gepäck auf dem Flug verloren, ist sowieso erst mal die Airlines in der Pflicht. Geld und Kreditkarten werden von keinem Anbieter abgedeckt. Wertsachen (Mobiltelefon, Laptops, Fotoausrüstungen und ähnliches) nur unter meist sehr hohen Auflagen! In kaum einem Fall bei Diebstahl aus einem Mietfahrzeug. Wenn überhaupt, müssten Wertsachen in verschlossenen und nicht einsehbaren Kofferräumen liegen. So etwas hat jedoch kaum ein Camper.

Schmuck ist bei jedem Anbieter ausgeschlossen. Er muss immer sicher verwahrt werden (z.B. Schließfach od. Hotel-Tresor).

Diebstahl von Gepäck aus Mietfahrzeugen wird ebenfalls nur unter sehr strengen Auflagen versichert, beispielsweise nur tagsüber zwischen 6 bis 22 Uhr und nur auf offiziellen Campingplätzen. Hierfür sind dann ggf. Zusatzpolicen abzuschließen.

Preise für solche Versicherung richten sich nach der Länge der Reise, Auflagen, Umfang und Vertragslaufzeit. Sie liegen zwischen 30,- und 120,- Euro ohne Zusätze.

Unser Fazit: Nicht sinnvoll.
Besser für das Geld sich dann lieber einen kleinen TRAVELSAFE anzuschaffen, der auch noch zu Hause gute Dienste leisten kann.

Handy-Versicherungen*

Wie beim Reisegepäck, sind unserer Meinung nach Handy-Versicherungen nicht wirklich sinnvoll. Die Hürden für eine Erstattung sind sehr hoch. Wo das Handy überall "nicht" sein darf - falls es gestohlen wird - sind ohnehin genau die Situationen, für die man so eine Versicherung eigentlich bräuchte.

Außerdem gibt es nicht immer Ersatz in Form von Bargeld, wie die Stiftung Warentest herausgefunden hat. Manchmal gibt es nur ein "gebrauchtes Mobiltelefon" als Ersatz. Das dies dann allerdings nach Down Under geschickt wird, bezweifeln wir stark.

* Wichtiger Hinweis:

Unsere Webseite MietCamper Australien, stellt Information für Reisende zur Verfügung, um die Planung einer Reise zu erleichtern und Nutzer auf die besonderen Aspekte eines solchen Projektes hinzuweisen.
Auch wenn wir uns bemühen gewissenhaft zu recherchieren und eigene, gemachte Erfahrungen einbringen, können sich Fehler einschleichen. Beachte zudem, dass alle Inhalte ständiger Veränderung unterliegen. Sie können falsch und/oder auch unvollständig und/oder veraltet sein.
Eine Garantie für die Richtigkeit aller gemachten Angaben können wir daher weder für Inhalt noch für den aktuelle Zeitraum auf unserer Webseite MietCamperAustralien.de übernehmen.

Es gelten ausschließlich die Vertragsbedingungen der verlinkten bzw. empfohlenen oder erwähnten Anbieter

Nutze, insbesondere bei individuellen rechtlichen, finanziellen und medizinischen Anliegen, unbedingt die Möglichkeit durch entsprechende Beratungsstellen oder Fachleuten wie Rechtsanwälten, Steuerberatern oder Medizinern.

©Fotos: S.Hopf

Aktualisiert Sept. 2018

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